WESTAFRIKANISCHE REITERFIGUREN

Anlässlich der Weltreiterspiele 2026 in Aachen zeigen wir besondere Exponate aus der Privatsammlung von Dr. Günter E. Thie. Westafrikanische Reiterfiguren lenken den Blick auf unsere Goldschmiede und damit auch auf die handgearbeiteten Schmuckstücke aus unserer Werkstatt.

Pferd und Reiter in Westafrika zeigen Macht, Kraft und Wohlstand. Die Nutzung von Pferden in der Landwirtschaft ist dort klimabedingt äußerst selten. Dementsprechend sind sie Statussymbol oder dienten auch in Kriegen.
Da manche Künstler noch nie ein Pferd gesehen haben, ist die Darstellung von der Realität oft weit entfernt und lebt von der Abstraktion.

Die Ausstellung ist in der Gold- und Silberschmiede Förster vom 10. Juli bis zum 23. August 2026 zu sehen.
Vom 19. Juli bis zum 7. August ist die Werkstatt geschlossen.

Die Ausstellungsstücke sind übrigens nicht nur zu bewundern, sondern auch käuflich zu erwerben. 

Besuchen Sie unsere Ausstellung und nehmen Sie am Schaufensterwettbewerb teil!

Während der Weltreiterspiele 2026 haben wir erweiterte Öffnungszeiten und Veranstaltungen:
Samstag, 15.8.2026 10:00 – 18:00 Uhr
Samstag, 22.8.2026 10:00 – 18:00 Uhr

Sonntag, 16.8.2026 15:00 – 19:00 Uhr
16:00 Uhr – Sammlergespräch mit Dr. Günter E. Thie

Sonntag, 23.8.2026 15:00 – 19:00 Uhr – Finissage

Pferde und Reiter in Westafrika

Über viele Jahrhunderte waren Pferde in den großen Königreichen Westafrikas ein Symbol von Macht, Reichtum und militärischer Stärke. Im Mali-Reich sowie bei den Mossi, Yoruba, Dagomba, Gurma und anderen Völkern verfügten die Herrscher über bedeutende Kavallerien. Pferde waren kostbare Prestigeobjekte, wichtige Handelsgüter und blieben überwiegend Königen, Kriegern und der gesellschaftlichen Elite vorbehalten.

Ihre Verbreitung war jedoch durch die natürlichen Bedingungen begrenzt. In den tropischen Regenwaldgebieten verhinderte die von der Tsetsefliege übertragene Trypanosomiasis eine dauerhafte Pferdehaltung. Dadurch blieb der Einsatz von Kavallerie vor allem auf die Savannengebiete Westafrikas beschränkt.

Neben ihrer militärischen Bedeutung spielten Pferde auch in Religion und Mythologie eine wichtige Rolle. Im Schöpfungsmythos der Dogon erscheint einer der Ahnen der Menschheit als Pferd oder Reiter, und der Hogon, das religiöse Oberhaupt, wird traditionell als Reiter dargestellt. Auch der Gründer des Yoruba-Reiches wird häufig zu Pferd gezeigt. Bei den Kotoko am Tschadsee besaß das Pferd nahezu sakralen Charakter.

Die hier gezeigten Objekte stammen überwiegend aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie spiegeln die bis heute anhaltende symbolische Bedeutung des Pferdes als Zeichen von Macht, Ansehen und kultureller Identität wider.

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(jederzeit widerrufbar)